Zu Essen geben – 25.07.21

„Gebt ihr ihnen zu essen“ sagt Jesus zu den Jüngern… Es ist schön und ich mag es gern, für Gäste zu kochen, ein gutes Menü zuzubereiten: den Tisch schön zu decken, zu sehen, wie die Gäste es sich schmecken lassen, wie sie sich freuen und sich eine gute Atmosphäre ausbreitet. Ein solches Mahl stärkt Leib und Seele und schafft Gemeinschaft.

In unserer Gesellschaft engagieren sich viele Menschen in Tafeln und Suppenküchen, um Bedürftigen zu essen zu geben. Vor meinen Augen entstehen Bilder aus meiner Zeit in Omsk, Sibirien.  Jeden Tag fuhr ein Kleinbus mit einem großen Topf voll heißer Suppe, mit Brot und Tee zu den Obdachlosen auf der Straße. Mitarbeiter*innen der Caritas teilten das Essen aus und  boten auch medizinische Erstversorgung an. Im Caritaszentrum selber gibt es eine Suppenküche.  Vor allem ältere und behinderte Menschen nahmen das Angebot eines einfachen, warmen Mittagessens gerne an.  Besonders berührte es mich, Kinder zu sehen, die mit Töpfen und Kannen kamen, um für ihre Familien zu Hause das Essen zu holen.  Diese Hilfe konnten wir anbieten, weil uns viele Freunde hier in Deutschland und Österreich unterstützten. Brotvermehrung heute.

Jesus hat bei der Brotvermehrung, von der uns das Sonntagsevangelium berichtet, vielen Menschen den Hunger gestillt.  Aber er wollte nicht nur ihren leiblichen Hunger stillen. Dieses Wunder sollte ein Zeichen dafür sein, dass Gott uns mit seiner Fülle beschenken will. Aber die Menschen haben dieses Zeichen nicht verstanden. Verstehen wir, dass es nicht nur um ein Stück Brot oder einen Teller Suppe geht, sondern dass auch der Hunger der Seele, die tiefere Sehnsucht, gestillt werden will?

Sr. Paula Bickel MC

17. Sonntag im Jahreskreis / Johannes 6, 1-15