Friedenskönig – 28.03.21

Der junge Esel hat eine Hauptrolle. Denn er gibt den entscheidenden Hinweis auf die Rolle und den Anspruch Jesu. Der Esel weist auf den Propheten Sacharja hin, und die bibelkundigen Jünger, Anhänger und Zuschauer wissen sofort Bescheid: Der Friedenskönig zieht in seine Stadt ein. Es ist soweit. „Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin. Ich vernichte die Streitwagen…die Rosse…die Kriegsbogen. Er verkündet für die Völker den Frieden….“ (vgl. Sacharja 9,9ff) Er befreit die Gefangenen…Er rettet.

Das Markusevangelium ist als Weg nach Jerusalem angelegt. Alles läuft auf diese entscheidende Zeit in der heiligen Stadt zu. In Jerusalem zeigt sich Jesus nun mit seinem Anspruch und mit seiner ganz eigenen Weise der Herrschaft. Er zeigt sich gewaltfrei, dienstbereit, klar, hingebungsvoll, herausfordernd, einladend, rettend. Er fordert eine Entscheidung heraus.

Für Jesu Herrschaft steht der Esel: das Reittier des Friedenskönigs. Der Herr braucht ihn, den Esel. Und uns tut es gut, uns immer wieder daran zu erinnern, dass der Herr nicht hoch zu Ross daher galoppiert. Er kommt langsam und bescheiden und zärtlich, inmitten der Menschen vor ihm und hinter ihm. Der Weg Jesu ist bestreut mit Zweigen – die werden zertrampelt. Er ist ausgelegt mit Kleidungsstücken – die werden zerfetzt und beschmutzt. Der gewaltfreie Weg ist nicht von vordergründigem Erfolg gekrönt und er hat seinen Preis. Aber es ist der Weg der Erlösung. Erlösung auf Jesu Weise. Er versöhnt die Zerrissenheit der Welt am Kreuz: hält sie und hält sie in Liebe aus und bringt sie zusammen.

Überprüfen wir uns, wie wir daher kommen, worauf wir setzen. Sind wir auf dem Friedensweg? Sind wir bereit, Jesus darauf zu folgen?

Sr. Christine Zeis MC

Palmsonntag / Markus 11,1-10