Wachsame Türhüter

Das heutige Evangelium zum 1. Advent ist wie ein Weckruf an uns: „Bleibt wach, denn ihr wisst nicht, wann eure Endzeit da ist!“ Was kann das Wachsein bedeuten? Dass vor allem dem Türhüter aufgetragen wird? Seid wachsam! Wofür? Worauf?

Auf das Kommen des Herrn. Es ist die Erwartung einer Begegnung. Es ist der Weckruf zu einer Liebesbeziehung. Seid allzeit bereit für diese Begegnung.

Advent bedeutet eine Zeit des Wartens auf das Kommen Gottes – immer wieder neu. Warten und dabei wachsam und aufmerksam leben. Gottes Kommen kann überraschend, unscheinbar, leise, mitten im Alltag sein.

Silja Walter (1919 – 2011) schrieb in einem ihrer Gedichte: „Jemand muss zuhause sein, Herr, wenn du kommst. Jemand muss dich erwarten, unten am Fluss vor der Stadt. Jemand muss nach dir Ausschau halten Tag und Nacht. Wer weiß denn, wann du kommst…. Wachen ist unser Dienst, wachen. Auch für die Welt…“

Ich erinnere mich an das Fest meiner Lebensweihe an Jesus Christus vor vielen Jahren. Auf die Frage „Bist du bereit“ antwortete jede von uns: „Ja, ich komme!“ Die Frage nach der Bereitschaft bedeutet, dass ich eine Antwort auf Jesu Ruf gebe. Und das Wort „kommen“ drückt eine Beziehung aus. Ich komme zu dir. Einmal versprochen, will dies Tag für Tag eingelöst werden – bis zur „Endzeit“.

Ermutigen wir uns gegenseitig zur Wachsamkeit für innere Lebensimpulse, für Notsituationen unserer Nächsten, für die Gefährdungen, uns einschläfern zu lassen, für Gottes Begegnungen.

Sr. Maria Hofmann MC

1. Adventssonntag / Lesejahr B: Markus 13, 33-37