Von Mitteln und Teams – 11.07.21

Dieses Evangelium stellt unsere „Missionsmethode“ in Frage. Was brauchen wir nicht alles an „Material“  wenn wir uns für den Unterricht,  für Exerzitien, ein Referat etc. vorbereiten?  Einen ganzen Methodenkoffer schleppen wir mit uns mit. Und was haben wir nicht noch alles im Hinterkopf parat für den Fall der Fälle. Ich will das nicht von vornherein verurteilen, ich mach es ja genau so. Aber es stellt sich doch die Frage, welchen Stellenwert nehmen Material und Methoden ein? Sind es wirklich nur Hilfsmittel oder verlassen wir uns auf sie?  Wenn wir gut ausgerüstet sind, kann ja nichts schief gehen.

Worauf kommt es in unserer Verkündigung denn nun wirklich an? Noch so tiefgründige Texte, meditative Musik-CDs, neueste Powerpoint-Präsentationen können das Wesentliche nicht rüberbringen, können unser eigenes Ergriffensein und unser persönliches Zeugnis nicht ersetzen. Die Mittel sind Hilfsmittel, hinter denen wir unser eigenes Gesicht nicht verstecken dürfen, sie sind Werkzeuge, und solange sie das bleiben, haben sie ihre Berechtigung.

Noch ein zweites zeigt uns Jesus in diesem Evangelium: Er schickt die Jünger zu zweit aus. Das kann verschiedene Gründe haben. Einmal mag es der Sicherheit dienen; die Wege übers Land waren zu jener Zeit nicht ungefährlich. Zum Anderen galt vor Gericht ein Zeugnis nur wirklich, wenn es von zwei Zeugen vorgebracht und bestätigt wurde. Ich denke da als Erstes daran, dass wir Missionarinnen Christi gemeinsam gerufen sind, Zeugnis von der Frohen Botschaft zu geben, „Gesandte des Gesandten“ zu sein. Wir sind Gemeinschaft für die Sendung. Das ist der Sinn von Gemeinschaft und auch von Kirche. Und wir gehen mit dem Versprechen Jesu: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!“

Sr.  Paula Bickel MC

15. Sonntag im Jahreskreis / Markus 6, 7-13