Vom Verlieren und Gewinnen – 12.09.21

Manchmal kommt es tatsächlich vor, dass mein Lieblingsfußballverein ein Spiel verliert. Wenn es dann noch dazu ein „wichtiges“ war, kann es schon passieren, dass es mit meiner Gelassenheit erst mal vorbei ist. Das regelt sich dann natürlich wieder recht schnell.

 Anhaltender ist meine innere Verstimmung oder mein inneres „Ungeordnet Sein“ wenn es um persönliche „Niederlagen“ geht: Ich bekomme nicht Recht; ich werde nicht so wahrgenommen, wie es mir lieb wäre; meine Meinung zählt nicht in dem Ausmaß, wie ich es gerne hätte; ich werde von jemandem abgelehnt; eine Beziehung, ein Lebenstraum, zerbricht; ich bekomme nicht die Arbeitsstelle, die ich mir erhofft habe, usw. – Das sind Ereignisse, mit denen wir mitunter lange oder auch sehr lange zu kämpfen haben und die wir nicht so einfach integrieren können. Es ist schwer zu verlieren!

Und wie sind dann in diesem Zusammenhang die Worte Jesu zu verstehen: „Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten“!

Für mich klingt darin sowohl Zumutung als auch Verheißung an. Seit längerer Zeit bete ich vor jeder Meditation das Gebet von Nikolaus von der Flüe. Ich hoffe und bete, dass ich selbst immer mehr in diese Haltung hineinwachse und hineingenommen werde und bin gewiss, dass mir dadurch Leben geschenkt wird.

Mein Herr und mein Gott,
nimm alles von mir,
was mich hindert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir,
was mich fördert zu dir.

Mein Herr und mein Gott,
nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen dir.

Sr. Maria Stadler MC

24. Sonntag im Jahreskreis / Markus 8, 27-35