Suchen – Finden – Suchen – 01.08.21

Jesus und seine Jünger sind weggegangen ans andere Ufer. Sie verließen den Ort, wo schier Unmögliches Wirklichkeit wurde: die Sättigung der vielen Menschen mit dem Wenigen, das zur Verfügung war. Diese Erfahrung weckt eine Sehnsucht in den Menschen, die sie aufbrechen lässt, den Menschen zu suchen, bei dem sie satt wurden. Die Wiederholung des Erlebten ist wohl ihr Anliegen. Und wer von uns kennt das nicht. Da war es so schön, gemütlich, entspannt, tief…. Das möchte ich festhalten oder noch einmal erleben…. Und doch geht das Leben weiter. Die gemachte Erfahrung treibt uns an, setzt uns auf die Spur nach Wiederholung. Doch die gibt es nicht. Denn jeder Tag bringt das Seine mit sich. So erleben es auch die Menschen im Evangelium, die Jesus suchen. Sie werden aufgefordert, an den zu glauben, den Gott gesandt hat: an Jesus Christus. Der Glaube an Jesus ist also Voraussetzung für die Erfahrung der wirklichen Sättigung.

Meiner Erfahrung nach verläuft der Weg des Glaubens im Spannungsfeld zwischen Suchen und Finden. Wir bleiben wohl ein Leben lang Suchende: Suchende nach dem Glück, nach dem Leben, nach dem Glauben. Und dazwischen sind wir immer wieder Findende: in Momenten des Glücks, des Friedens, in der Schönheit der Natur, in der gelingenden Begegnung mit Menschen, in der Beziehung mit Gott. Diese Momente halten die Sehnsucht wach und lassen uns weitergehen.

Sr. Theresia Hoiß MC

18. Sonntag im Jahreskreis / Johannes 6, 24-35