Jesus berühren – 27.06.21

Im Evangelium begegnen uns zwei Frauen, die von Jesus geheilt und zu einem neuen Leben erweckt werden. Die erste ist ein junges Mädchen. Die Krankheit, an der sie gestorben ist, wird nicht genannt. Der Vater kommt zu Jesus und bittet ihn, dem Mädchen die Hände aufzulegen im Vertrauen, dass diese Hände seine Tochter wieder lebendig machen werden. Auch unsere Hände können heilen und aufrichten. Ein fester Händedruck kann ermutigen, eine zärtliche Berührung trösten, Freundschaft und Liebe ausdrücken. Mit den Händen können wir zupacken und helfen.

Die zweite Frau leidet, so kann man vermuten, seit vielen Jahren an einer Störung der Monatsblutung. Wahrscheinlich hat sie im Lauf ihrer Leidensgeschichte schon viel Blut verloren und ist daher körperlich geschwächt. Dazu ist sie von Ärzten und Kurpfuschern um ihr ganzes Vermögen gebracht worden. Außerdem gilt sie mit ihrem Leiden als unrein, d.h. sie darf nicht mit anderen Menschen in Berührung kommen, weil jeder körperliche Kontakt auch den anderen unrein macht. Wie verzweifelt muss sie gewesen sein, dass sie – wissend um diese Tabus – diese Grenze überschreitet und Jesus zu berühren versucht. Wie groß muss aber auch ihr Glaube und ihr Vertrauen gewesen sein, dass sie diesen Tabubruch wagt. So versucht sie heimlich, von hinten, an Jesus heran zu kommen, um sein Gewand zu berühren. Ihre „Rechnung“ geht auf. Von Jesus geht eine Kraft aus, die sie heilt. Ich kann mich fragen: Wie steht es mit meinem Vertrauen? Wie ist meine Art, mit Jesus in Berührung zu kommen? Bleibe ich im „Energiefeld“ Jesu, um seine Kraft in mich aufzunehmen?

Sr. Paula Bickel MC 13. Sonntag im Jahreskreis / Markus 5, 21-43