Fürsorge – 25.04.21

Eine Schafherde ist ein vertrautes Bild. Eine Herde zusammen mit einem Hirten ist dagegen seltener zu sehen. Der Hirte ist dann da, wenn die Herde weitergetrieben wird auf eine neue Weidefläche. Der Hirte ist da, wenn die Schafe der Gefahr ausgesetzt sind, wenn kein Zaun sie schützt. Der Hirte sorgt für seine Schafe und ist für sie da. Manche bekommen sogar einen Namen und er erkennt sie.

Im heutigen Evangelium wird das Bild des guten Hirten für Jesus verwendet. Jesus sagt von sich: „Ich bin der gute Hirt.“ Ich kenne dich. Ich liebe dich. Ich weiß um dich, um deine Freuden und Sorgen. Ich bin bei dir, auch wenn du es manchmal nicht spürst. Ich setzte mich für dich ein.

Jesu Einsatz für uns geht soweit, dass er sogar sein Leben für uns gibt. Das Wunderbare und manchmal Unvorstellbare daran ist, dass er nicht im Leid, im Tod blieb, sondern zu neuem Leben befreit wurde. Durch das Dunkel zum Licht, durch den Tod zum Leben. Das ist das Geheimnis unseres Glaubens. Das ist die Osterbotschaft.

Wir Missionarinnen Christi leben aus dieser Verbundenheit mit Jesus Christus. In unserem Charisma heißt es: “Hineingenommen in die Liebe des dreieinen Gottes, sind wir […] gesandt,…” In Zeiten, in denen ich diese Verbundenheit nicht wirklich spüre, hilft mir das Wissen und der Glaube an SEINE Zusage: ICH BIN DA! ICH weiß um dich und ICH liebe dich! Ich gehe mit Dir diesen Weg auch in der Dunkelheit und durch alles Gestrüpp hindurch. Stille und Gebet und auch Exerzitien helfen mir, wieder mehr aus dieser Zusage zu leben. Zuversicht spüre ich auch durch ein ermutigen Gespräch, in einer überraschenden Begegnung und im Dasein für andere.

Ich wünsche Ihnen solche Erfahrungen in Ihrem Alltag, trotz der vielen Einschränkungen durch die Coronapandemie.

Sr. Arlette Reichel MC

4. Sonntag in der Osterzeit / Joh 10, 11-18