Einladung ins Paradies – 21.02.21

Bevor der Evangelist Markus vom öffentlichen Wirken Jesu zu erzählen beginnt, erfahren wir, dass sich Jesus 40 Tage lang in der Wüste aufhielt. Mit Wüste verbinde ich Kargheit, Mangel, Lebensbedrohliches. Und in der Tat wird im Evangelium ausgesagt, dass der Satan dort am Werk war, derjenige also, der sich einst von Gott losgerissen hatte und nun gegen ihn auftrat, um Leben zu hemmen und zu verunmöglichen. Außerdem erhalten wir im Markusevangelium – und nur dort – aber die Information, dass Jesus in der Wüste bei den wilden Tieren lebte. Wer kann das schon? Heute bestenfalls ein Naturforscher mit spezieller Ausrüstung. Die Adressaten des Markusevangeliums erinnerte dieser Hinweis aber an Adam im Paradies. Gott hatte den Menschen zum Herrscher über alle Tiere eingesetzt. Menschen und Tiere lebten im Einklang miteinander und hatten reichlich pflanzliche Nahrung.

Der Evangelist Markus führt Jesus als den „neuen Adam“ ein, der mit wilden Tieren koexistieren kann und den Versuchungen des Bösen widersteht. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass er es ist, der die paradiesischen Zustände von einst wiederherstellen kann. Jesus ist der von den Juden erwartete Messias, der alles zum Guten wenden wird. Seinem Wort darf ich vertrauen. Sein Weg führt zu mehr Leben. Er ist der Eingang zum Paradies.

Vielleicht ist das die Einladung am Beginn dieser Fastenzeit, mit neuen Ohren hinzuhören, wenn ich ein Wort Jesu vernehme – und mich führen zu lassen!

Sr. Ruth Pucher MC

1. Sonntag in der Fastenzeit / Markus 1,12-151