Eingeordnet – Festgeschrieben – 08.08.21

Wir kennen jemanden, wissen genau wo er/sie herkommt und auch wie er/sie ist. Festgeschrieben auf ein bestimmtes Verhalten, bestimmte Gewohnheiten und Meinungen: Sie ist so, er ist so, Ausländer sind so, Jugendliche sind so. Es gibt viele Möglichkeiten der Zuordnung, viele Schubladen, um jemanden hineinzulegen und die Schublade zu schließen.

Das ist bei den Menschen, die mit Jesus unterwegs sind, nicht anders. Auch sie meinen zu wissen, wer Jesus ist, woher er kommt. Da ist es schon befremdlich, wenn Jesus von sich behauptet:  „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“ (Joh. 6,51). Wer stellt denn solche Behauptungen auf? Doch für Jesus ist es keine Frage, dass er in der Verbindung zu seinem Vater steht und seine Herkunft sich nicht auf Nazareth beschränkt. Für die Menschen damals und für uns heute ist das eine Herausforderung des Glaubens! Er ist der Sohn Gottes, den seine Liebe zu uns Menschen treibt, in unsere Welt zu kommen und in eine Nähe zu uns einzutreten, die wir nur schwer fassen und oft auch schwer zulassen können. Doch die Phantasie Gottes ist schier grenzenlos, wenn es gilt, den Menschen zu begegnen, ihnen nahe zu sein. Bekommt Gott bei uns eine Chance oder haben wir ihn auch eingeordnet und festgeschrieben?

Sr. Theresia Hoiß MC

19. Sonntag im Jahreskreis /  Johannes 6, 41-51