Alles gut? – 05.09.21

„Außer sich vor Staunen sagten sie: Er hat alles gut gemacht.“ Hat Gott wirklich alles gut gemacht? Wenn ich unsere unruhige und umgetriebene Welt in den Blick nehme, kann ich glauben, dass Gott alles gut gemacht hat? Wenn ich auf das schaue, was mir und meinen Lieben im Lauf des Lebens nicht nur an Schönem, sondern auch an Schwerem widerfahren ist, hat Gott da wirklich alles gut gemacht? Wenn ich mir meiner eigenen dunklen Seiten und Widersprüchlichkeiten bewusst werde, ist wirklich alles gut?

Es ist wahrlich eine spannende, eine herausfordernde und zugleich eine einladende Frage. Sie ist keineswegs eindeutig und leicht, schnell und „fromm“ zu beantworten. Angesichts von Leid und Friedlosigkeit hat sie Menschen, auch glaubende Menschen, immer beschäftigt. Dieses Staunen der Menschen um Jesus fordert mich heraus und lädt mich zugleich ein – trotz allem und mit allem – mein Vertrauen auf Gott zu setzen.

„Er hat alles gut gemacht“. Das ist in gewisser Weise wie ein Segen, der mir und meinem Leben zugesagt ist: „Alles wird gut.“ In dieser Spannung zwischen dem, was „schon gemacht“ ist und was eines Tages werden wird, leben wir. In allen Bewegungen (in allem Schönen und Gelingenden, aber manchmal auch in allen Mühsamkeiten) des Lebens darf ich darauf vertrauen, dass Gott das gute Leben will und dass er es mir eines Tages in reichem Maß und endgültig schenken will und wird. Und darüber kann ich wirklich dankbar staunen.

  • Was ist mein Lebens-Grundgefühl? Darf ich wirklich als gesegneter Mensch vor Gott und mit Gott leben?
  • Ich erinnere mich an Leidenszeiten in meinem Leben. Was hat mich damals wieder an Gott und an das Leben glauben lassen?
  • Wie kann ich das Vertrauen, „dass alles gut wird“, leben auch angesichts einer gefährdeten, ausgebeuteten Welt?

Sr. Christine Rod MC 23. Sonntag im Jahreskreis / Markus 7,31–37