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08.03.2018 00:00

Geschafft...


…ein gutes Gefühl. Große Freude. Wir sind über den Berg, haben eine Prüfung bestanden, etwas erledigt - und das aus eigener Kraft. Sich selbst und seine Kraft zu erleben, auch etwas durchstehen zu können, lässt uns wachsen. Diese Erfahrung brauchen wir. Warum sonst haben auch Wettkämpfe so einen Reiz? Es tut uns auch gut, einen Fastenvorsatz durchzuhalten, es zu schaffen; es reinigt und klärt.

Aber es geht uns die Luft aus, wenn diesem Schaffenkönnen von uns selbst oder von außen immer mehr auferlegt wird. Wenn es immer schneller und perfekter gehen soll und wenn Selbstoptimierung das oberste Gebot ist. In Schieflage gerät auch etwas, wenn wir aus diesem Schaffenkönnen unseren Selbstwert nähren. Als schlimmste Folge verlieren wir uns selbst.

Paulus macht uns im Brief an die Epheser bewusst, dass wir von Gott geliebt sind vor aller Leistung: „Aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht aus eigener Kraft - Gott hat es geschenkt -, nicht aufgrund eurer Werke, damit keiner sich rühmen kann.“ Wir sind angenommen als Kinder Gottes von Anbeginn. Von dieser Wahrheit dürfen wir uns immer wieder anrühren und sie auch in alles Unfertige, Sehnsuchtsvolle, und Schuldvolle sinken lassen. Das macht uns unabhängig(er) von Erfolg und beziehungsfähig(er). Misserfolg und Grenzerfahrungen können uns nicht die Würde als geliebte Kinder Gottes nehmen. Diese innere Wahrheit gibt uns Kraft aus der Tiefe. Wir sehen die Welt mit anderen Augen.

Impuls: Wenn ich Druck spüre, wenn ich getrieben bin, wenn ich gerade nicht weiß, wo ich beginnen soll: Einmal tief durchatmen, mich hineinstellen in die Zusage Gottes: „Du bist geliebt vor aller Leistung.“ Vielleicht steigt da auch ein Lächeln auf und ich erkenne den nächsten Schritt.

Sr. Bärbel Thomä MC

zum 4. Fastensonntag / Epheser 2, 4-10