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Was Gott gehört

Es ist unschwer zu erkennen, dass Jesus in dieser Situation eine Falle gestellt werden soll, dass er zur Diskussion gefordert wird – in der Hoffnung, dass er sich in theologischen Spitzfindigkeiten verheddert.

Jesus  lässt sich nicht darauf ein: er stellt nicht Kaiser und Gott, Staat und Religion gegenüber. Vielmehr verweist er darauf, dass man Gott geben soll, was Gott gehört. Vielleicht bezieht er sich dabei auf Psalm 24, in welchem es heißt: Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Das heißt ja nichts anderes, als dass Gott alles gehört und ich mich in meinem Leben allein an ihm als Richtschnur, als Orientierung ausrichten soll. Er ist der Maßstab meines Handelns – in den kleinen, alltäglichen aber auch in den großen, richtungsweisenden Entscheidungen meines Lebens.

Was könnte es im Alltag konkret für mich heißen, Gott zu geben, was ihm gehört:

  • mir Zeit zu nehmen für diese Beziehung, Gott zu loben und zu ehren
  • in meinem sozialen Umfeld, in der Arbeit, im Freundeskreis, in der Öffentlichkeit für meine christlichen Werte einzustehen – ausgesprochen oder manchmal auch unausgesprochen, d.h. belegt durch mein Handeln
  • mit der Schöpfung, der Umwelt verantwortungsbewusst umzugehen
  • mich gegen Ungerechtigkeit zu stellen
  • immer wieder versuchen barmherzig zu sein – was oft gar nicht so einfach ist…

Vieles Weitere ließe sich noch hinzufügen und so möchte ich Sie ermutigen, diese Liste für sich fortzuschreiben.

Sr. Ulrike Richter MC

29. Sonntag im Jahreskreis  /  Matthäus 22, 15-21

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