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Schick sie nicht hungrig weg!

Eine vernünftige Lösung: Schick die Volksmenge weg, damit sich die Leute (selber!) etwas zu essen kaufen. Die Bedingungen dafür sind in der abgelegenen Gegend und am Abend aber denkbar schlecht. Jesus ist damit nicht einverstanden. Es geht nach seiner Ansicht ganz und gar nicht, dass die Leute hungrig weggehen. So will er sie nicht wegschicken!

Jesu Lösung dagegen ist unvernünftig: Seine Schüler sollen ihnen zu essen geben und zwar das, was sie haben. Und das ist wirklich wenig. Völlig unrealistisch! Diese Einschätzung machen wir uns schnell zu eigen, wir Vernünftigen. Das wird nicht klappen. Keine Chance.

In  Jesus und in seinem Handeln zeigt sich Gott, der in seiner Liebe und Leidenschaft völlig verschwenderisch und unvernünftig ist. Es gibt mehr als genug, gratis und für alle. Welch eine Einladung! Das ist göttlicher Realismus: Das Wenige reicht und ist mehr als genug, wenn ich es der wandelnden Kraft Gottes anvertraue. Das reicht, damit Gott wirken kann. Mit dem Wenigen und meinem Vertrauen kann er unendlich viel anfangen: mehr als genug für viele. Es ist eine Frage des Vertrauens. Und es ist Gottes großzügiges Schenken. Wir nennen das Gnade. Es ist gut, wenn wir Vernünftigen uns von Gottes großzügiger Verrücktheit anstecken lassen. Da gibt es Wunder zu erleben: Es reicht wirklich! Ich habe es auch erfahren. Sie auch?

In Vers 23 heißt es dann übrigens, dass Jesus später die Volksmenge heimschickt. Jetzt aber sind die Leute satt und gestärkt für ihren Weg. So soll es sein.

Sr. Christine Zeis MC

18. Sonntag im Jahreskreis / Matthäus 14, 13-21

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