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gewaltfrei und entschieden

Jesus steht in einer Spannung. Er ist auf dem Weg nach Jerusalem. Auf diesem Weg geraten er und seine Jünger in den alten Konflikt mit den Samaritanern. Dieser zeigt sich, wie üblich, in Blockaden gegen alle, die Richtung Jerusalem gehen. Es sind Vorurteile aus alter Zeit. Auch in unseren Gesellschaften werden Vorurteile heute wieder sehr gepflegt und genährt, vor allem gegen alles, was fremd erscheint. Es gibt im Evangelium zwei unterschiedliche Reaktionen. Die Apostel gehen die Sache gewaltsam an und wollen die fremden Anderen vernichten. Jesus weist sie wegen ihrer gewaltsamen Haltung zurecht - und weicht aus in ein anderes Dorf. Nicht der gewaltsame Kampf wird die Veränderung bringen! Für uns heute ist dies ein wichtiges Kriterium.

 

Auf dem weiteren Weg wird von Begegnungen mit Menschen erzählt, die von sich aus Jesus folgen wollen oder die Jesus darauf hin anspricht. Hier erschreckt mich die Radikalität Jesu. Er weiß, es geht um alles. Es gibt keine halben Entscheidungen. Für ihn nicht und nicht für die, die ihm folgen. Jesus konfrontiert einfach und fordert eine klare Entscheidung ein. Wir wissen nicht, was aus diesen Menschen wurde. Gingen sie mit, zogen sie sich zurück? Eine Entscheidung war gefordert. Eine, die alles auf eine Karte setzen lässt – ohne Rückversicherung. Und ich?

 

Sr. Paula Wuschitz MC

 

13. Sonntag im Jahreskreis / Lukas 9, 51-62

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