Home

vom Gottesgeheimnis

Der Evangelist Johannes drückt in den Abschiedsreden Jesu Ringen aus, das Unfassbare ins Wort zu bringen. Es ist das Bemühen, ein Mysterium unseres Glaubens in wahrlich begrenztem menschlichem Verstehen zum Klingen bringen. Uns wenigstens eine Ahnung göttlichen Lebens zu geben, von seiner Zuwendung zu uns, vom Zusammenspiel und dem Aufeinander-zugeordnet-Sein, welches sich in seiner ganzen Schöpfung widerspiegelt. Wir begreifen heute mehr denn je die Verbundenheit in der Natur und ihr Zusammenspiel. Wie ein Spiegel, wie eine Ahnung von dieser letzten Wirklichkeit scheint mir dies zu sein.

Die Unfassbarkeit dieses göttlichen Lebens-Mysteriums bleibt. Und doch erinnere ich mich noch an eine lange zurück liegende Religionsstunde in der Volksschule. Es ging um dieses Gottesgeheimnis: Ein Gott in drei Personen. Ausgestaltungen, Formen, die Worte werden schwierig. Der Katechet nahm drei große Kerzen, zündete sie an und hielt dann die Flammen zusammen: Es entstand eine große Flamme; die einzelnen Flammen waren nicht mehr wahrnehmbar und konnten doch auch wieder vereinzelt werden. Ich war beeindruckt. Ich verstand zwar nicht viel, aber intuitiv hatte ich etwas erfasst vom eigentlich Unfassbaren.

 

Sr. Paula Wuschitz MC

 

Dreifaltigkeitssonntag / Johannes 16, 12 – 15

top