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von der Liebe bewegt

„Ich bin nur noch kurze Zeit bei euch!“ Jesus weiß, dass er in Jerusalem verurteilt und hingerichtet wird. Doch er geht bewusst hinauf, will seinen Weg bis zum Ende gehen.
Ein kleines chinesisches Mädchen, das nicht getauft ist und nur wenig von unserem christlichen Glauben weiß, besucht uns oft. Sie stellt immer wieder einmal Fragen über Jesus, der sie tief beeindruckt. Was sie sehr aufregt ist, dass ihn die Menschen gefoltert und getötet haben und dass er sich nicht dagegen gewehrt hat. Das kann sie nicht verstehen, das macht sie ganz traurig.

Auch für mich ist es schwer zu begreifen, dass er diese furchtbare Kreuzigung als Verherrlichung Gottes sieht. Und doch ahne ich, dass seine Liebe ihn dazu bewegt, nicht davon zu laufen, sondern diesen grausamen Tod auf sich zu nehmen.

„Er hat doch nur Gutes getan und den Menschen geholfen!“ sagt die Kleine.

Ich erzähle ihr und mir selbst dann von Menschen, die sehr viel aushalten, weil sie die anderen lieben: von Müttern und Vätern, die ihre kranken Kinder oder ihre alten Eltern pflegen, von Ärzten und Krankenschwestern, die alles tun, um Leidenden zu helfen. Ich erzähle von Menschen, denen es einfach darum geht, selbstverständlich für andere da zu sein, den Armen, den Geflüchteten, den Einsamen ihre Liebe zu zeigen, auch wenn sie dafür ausgelacht, auf die Seite gestellt, ja oft sogar bestraft werden.

Sie wissen, dass sie damit das tun, was Jesus gesagt hat: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe. Daran werden die Menschen erkennen, dass ihr zu mir gehört.

 

Sr. Margarita Erlacher MC

 

5. Sonntag der Osterzeit / Johannes 13, 31-35

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