Abgelehnt werden – 04.07.21

Der Ruf Jesu eilte ihm in seine Heimat voraus. Man hatte schon viel von ihm gehört, von Krankenheilungen, von seinen Reden, die viele in Erstaunen versetzten und sogar dass sich eine Anhängerschaft gebildet hatte, Frauen und Männer, die mit ihm zogen. Die Leute fragen sich:  Woher hat er das alles? Er ist doch einer von uns, ein gewöhnlicher Zimmermann. Wir kennen seine Familie, die Sippe; das sind doch auch nicht alles Heilige.

Jesus hört davon, beschwichtigt aber nicht. Er will die Gemüter nicht beruhigen, sondern setzt noch einen drauf. Er provoziert und nimmt für sich in Anspruch, was für einen Propheten gilt. Er gibt nicht klein bei „um des lieben (Familien-)Friedens willen“. Er steht zu seinem Weg, zu seiner Berufung, schließlich zu seiner Sendung. In der Parallelstelle im Lukasevangelium endet diese Szene noch dramatischer sogar mit der Vertreibung Jesu aus der Stadt, ja die aufgebrachte Menge will ihn sogar einen Abhang hinunterstürzen. Sie nehmen Anstoß an ihm. Dieser Unglaube, diese Ablehnung ist wie eine undurchdringliche Mauer. Sie macht es ihm unmöglich, das zu tun, was seine Aufgabe ist. Jesus ist hier machtlos.

Ich kann mich fragen: Wie nehme ich die Taten und Worte Jesu auf, die ich nicht auf Anhieb verstehe, die mich in Frage stellen, herausfordern? Wie geht es mir, wenn ich spüre, dass meine Nächsten und Freunde meinen Weg nicht verstehen, wenn ich auf Unverständnis oder gar Ablehnung stoße?

Sr. Paula Bickel MC

14. Sonntag im Jahreskreis / Markus 6, 1-6