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11.01.2018 00:00

Ruf mich!


Ruf mich!

In früheren Zeiten habe ich Religionsunterricht in der Grundschule gegeben und war immer glücklich, wenn diese Bibelstelle an der Reihe war: Meine Erfahrung ist, dass diese Geschichte sich mit Kindern im Grundschulalter wunderbar spielen lässt!

Zunächst definierte ich gemeinsam mit den Kindern im Klassenzimmer einen „Tempel“ mit Lichtern, Schriftrollen und einem möglichst bequemen Schlafplatz für  den Tempeldiener Samuel. Dann ging es daran, die Rollen des Eli und des Samuel zu besetzen: Beim ersten Durchgang meldeten sich meist die mutigen Jungs und Mädchen. Das änderte sich beim zweiten und dritten oder gar vierten Durchgang: Ich konnte mich vor Meldungen, wer den Samuel spielen dürfe, nicht wehren… alle Kinder wollten Samuel sein!

Beim Gespräch darüber äußerten die Kinder: „Ich will (von Gott) gerufen werden!“ „Es ist ja nicht schlimm, wenn ich Gottes Stimme nicht sofort höre, Eli hilft mir ja!“, „Es ist so schön, auserwählt und bei seinem Namen gerufen zu werden!“

Diese Erfahrungen lassen mich immer an ein Versteckspiel während meiner Kinderzeit denken: Ich hatte mich so wunderbar versteckt – und wie groß war meine Enttäuschung, dass ich gar nicht gesucht wurde!

Es gibt natürlich den Fall, dass man gerufen wird und diesen Ruf als negativ erlebt. Doch bei Samuel ist mit dem Ruf Gottes eine Erwählung verbunden, über die sich Samuel freut. Auch ich selbst wurde schon von Gott gerufen und  wünsche mir und uns allen, dass wir immer wieder gerufen werden.

Sr. Susanne Schneider MC

2. Sonntag im Jahreskreis / 1 Samuel 3, 3b-10